
1924 nahm die Tennisabteilung der Darmstädter TSG 1846 mit 14 Mitglieder den Spielbetrieb auf. In den ersten Jahren ist das Ziel des Abteilungsleiters Fritz Schild „Tennis als Volkssport“ zu etablieren. Mit ihm findet die Tennisabteilung nach einigen Jahren ihre schön an der Ostseite des Woogs gelegenes Domizil. Es werden zunächst 5 Plätze errichtet, die sehr schnell um 3 weitere Plätze inklusive Vereinshaus ergänzt werden, da die Mitgliederzahl innerhalb weniger Jahre auf 500 (1939) steigt. Das Engagement Schilds geht soweit, dass er 1931 das Buch „Neuzeitliches Tennis“ veröffentlicht, welches sogar auch internationale Anerkennung erfährt.
1947 wird die Anlage wieder neu aufgebaut und wächst im Laufe der Jahre auf 12 Plätze an. Knapp 400 Mitglieder spielen nun auf der seinerzeit hessenweit bekannten Spielstätte. Im Laufe der Jahre feiert die TSG 1846 große Erfolge, u.a. erreicht die Damenmannschaft 1966 die Endrunde der Hessischen Oberliga. Sie bleibt über Jahre das Aushängeschild des Vereins und steigt 1975 in die damals höchste deutsche Spielklasse (Regionalliga) auf. 1980 gewinnen die Juniorinnen die hessische Mannschaftsmeisterschaft, stellen die hessische Jugendmeisterin und die Seniorinnen steigen in die höchste deutsche Spielklasse auf. Weiterhin wird in den nächsten Jahren hauptsächlich im Damenbereich in den unterschiedlichsten Altersklassen auf sehr hohem Niveau gespielt. 2015 stellt die TSG 1846 mit Simona Nesnidalova die Hessenmeisterin der Damen 50.
Mitte der 90er Jahre nimmt der durch Steffi Graf und Boris Becker ausgelöste Tennisboom ab und die Tennisbegeisterung geht merklich zurück. 1995 versucht die Abteilung durch Verpflichtung von Spielerinnen aus Österreich und Tschechien weiterhin attraktives Tennis am Froschweg anzubieten. Dieser Versuch scheitert jedoch und bringt den Verein in eine finanzielle Schieflage. Die Tennisabteilung muss sich neu aufstellen, investiert mehr in den Breitensport und besinnt sich wieder auf ihre traditionell gute Nachwuchsarbeit.
Nach einigen Jahren der Stagnation mit sinkenden Mitgliederzahlen und Spielzeiten in niedrigeren Spielklassen befindet sich die Tennisabteilung nun wieder im Aufwind. Durch offene Angebote zur Saisoneröffnung, Sommerfeste und „Tennis für Alle“ sowie Auftritte beim Spiel- und Sport Fest (Herrngarten) oder den Special Olympics Landesspielen (Bürgerpark) konnten wieder zahlreiche Menschen für den Tennissport begeistert werden.
Allein im Jahr 2023 nahm die Tennisabteilung 120 neue Mitglieder auf und hat nunmehr wieder über 400 Mitglieder. Insbesondere haben hierbei Familien Tennis als familienkompatible Sportart für sich entdeckt.
Aber nicht nur aufgrund der steigenden Mitgliedzahlen befindet sich die TSG 1846 wieder im Aufwärtstrend.
Die Tennisabteilung geht mit der Zeit und erweitert ihr Angebot. So konnte zum 100jährigen Jubiläum die Merck Racket Sport Arena eröffnet werden (siehe beide nebenstehenden Berichte). Sie bietet neben Padel, Beachtennis noch die Möglichkeit auf einem Multifunktionsfeld Touchtennis und Pickleball zu spielen oder die Tenniswand zu nutzen. Alle Felder können auch von Mitgliedern (günstiger) und nicht-Mitgliedern gemietet werden.
Padel und Pickleball sind Sportarten, die sich vom Tennis ableiten und in anderen Ländern—Spanien u. Südamerika (Padeltennis) und USA (Pickelball)—bereits sehr großer Beliebtheit erfreuen, auch unter Altstars wie Steffi Graf, Andre Agassi oder John McEnroe.
Ein weiteres zeitgemäßes Angebot stellt die Trainingsmöglichkeit für Menschen mit Beeinträchtigung dar. Der Verein bietet seit zwei Jahren regelmäßige Trainings an und ist einer von acht Vereinen in Hessen, die im Rahmen der Reihe „Tennis für Alle“ von Special Olympics mitwirken (Ansprechpartner Eric Gumlich).
Bericht: Eric Gumlich


